Sönke Bartlefsen - Ihr Fachbetrieb für Reetbedachung und Reethandel


In der Geschichte des Wohnens spielen die natürlichen Baustoffe seit Urgedenken eine große Rolle. Einfallsreichtum, Geschick und Erfindergabe ließen den Menschen die Materialien, die ihr Lebensraum ihnen schenkte, für ihren Komfort und zu ihrer Sicherheit effektiv einsetzen.

Für die Dachdeckungen wurden im ländlichen Bereich bewährte Naturbaustoffe wie Schilf, Rohr, Stroh oder Schindeln aus Holz verwendet.

Reetdächer findet man vorwiegend in den nördlichen Regionen Deutschlands, jedoch auch in anderen Ländern wie Holland, Belgien, Frankreich , England usw.. Sie sind dort zu einem unverzichtbaren Teil des Landschaftsbildes geworden. Lange stand das Bauen in Einklang mit der Natur und mit den Baustoffen der unmittelbaren Umgebung. Der in den niedrig gelegenen und damit bodenfeuchten Küstenregionen reichlich zur Verfügung stehende Naturbaustoff Reet war einfach zu beschaffen.


 

 

 

Die heftigen Küstenstürme verlangten zudem eine elastische, wetterfeste und regensichere Dachkonstruktion. Der biegsame, röhrenartig hohle und konisch wachsende Reethalm, der in seinem unteren Bereich von Wachstumsknoten gestützt wird, ist von der Natur mit den dafür notwendigen konstruktiven Merkmalen ausgestattet und wurde wegen seiner Langlebigkeit schnell zum bevorzugten Bedachungsmaterial.




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Das Reet ist eine Pflanze aus der Familie der Gramineen, der lateinische Name lautet »Phragmites communis«. Reet ist ein nachwachsender Rohstoff, der im einjährigen Zyklus heranwächst und geerntet wird. Da das Reet im seichten Uferbereich der Feuchtmoore und auf morastigen Randstreifen zu finden ist, erfolgt die Ernte im Winter, wenn die Blätter abgefallen sind.
 Das als heranwachsende Pflanze sattgrüne Reet nimmt im Herbst vor der Ernte seine charakteristische hellbraune Färbung an.


 

 

 

Wegen des unwegsamen Geländes ist die Reeternte auch heute noch oft Handarbeit. Zwar kann in vielen Fällen der handgeführte Balkenmäher eingesetzt werden, aber auch die Sichel ist ein alltägliches Erntewerkzeug. Das in den richtigen Längen geschnittene Reet wird gereinigt und gebündelt.



 

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Die bauphysikalischen Vorzüge des Reetdaches sind in erster Linie in der speziellen Bauweise der einzelnen Halme begründet, bei der sich auf engem Raum unterschiedliche Stoffe, nämlich Luft und Pflanzenteile, abwechseln. Dieses ermöglicht gleichzeitig einen dichten und trotzdem diffusionsoffenen Dachaufbau, es kommt zu keiner Tauwasserbildung. Im Winter ist es mollig warm und im Sommer angenehm kühl. Schallwellen pflanzen sich in den luftgefüllten Halmen deutlich langsamer fort, und ein Teil der Schallwellen wird durch die Halm-Außenwände gebrochen und zurückgeworfen.

 


 

 

 

Die Struktur der Halmschichten, die durch die Bindung mit der Traglattung eine Einheit bildet, ist gleichzeitig elastisch und stabil, sie kann somit den Kräften von Windsog und Winddruck in Grenzen nachgeben und behält trotzdem ihren inneren Zusammenhang.Durch die Kombination des Reetdaches mit zusätzlichen Maßnahmen der Wärmedämmung lassen sich in großem Maße Heizkosten einsparen

 

 



 

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Die Dachdeckung mit Reet durch den Reetdachdecker ist auch heute noch Handwerkskunst pur. Das Reet wird z.B. durch Nähen, Binden oder Schrauben an der Lattung Bündel für Bündel befestigt und sorgfältig mit dem Klopfbrett in Form getrieben.
Die Wärme und Geborgenheit eines schönen Reetdaches strahlt auf das gesamte Bauwerk aus – sicherlich ein Grund, warum viele Bauherren bis heute von einem reetgedeckten Haus träumen.Seit einigen Jahren wird daher im Zuge der Rückbesinnung auf natürliche Baustoffe und kulturelle Werte dem Reet als Bedachungsalternative eine immer größere Bedeutung eingeräumt.

 


 

 

 

Die neu erwachte Liebe zum Reetdach, die bei der Sanierung von bestehenden Gebäuden, aber auch bei der Eindeckung von Neubauten sichtbar wird, ist ein Teil des Entwicklungsprozesses in unserer Gesellschaft. Es sind verschiedene Wurzeln, die diese Entwicklung vorantreiben: die Denkmalpflege zur Erhaltung der Werte unserer Vergangenheit, die Vorzüge im Wohnklima und das Wohlbefinden durch sichtbare Ästhetik, die Ökologie und der Umweltschutz im Sinne der Nachhaltigkeit von Baustoffen – insgesamt Ausdruck einer Verantwortung für zukünftige Generationen.